ComForEn 2017

8. Fachtagung - Communications for Energy Systems

Donnerstag, 05. Oktober 2017

9.00 - 12.00


Workshop 1

Utility4.0, Industrial IoT und Co – ICT wird vom „Enabler“ der Energiewende zum „Driver“

Organisation: Tobias Gawron-Deutsch, Siemens AG Österreich


Die zunehmende Integration von erneuerbaren Erzeugern und Prosumern in das Energiesystem war der Startpunkt für Smart Grid. IKT wurde als „Enabler“ für diese Energiewende gesehen und ist im zunehmenden Maße mit dem klassischen Energiesystem verschmolzen um den Herausforderungen gerecht zu werden. Durch die rasante Entwicklung im Bereich der Webtechnologien, Internet of Things und diversen Cloud Services könnte sich die Systemlandschaft in Zukunft noch viel schneller ändern. War früher eine pyhsikalische Problemstellung vorhanden, die durch IKT gelöst werden konnte, so ändert sich das Spiel nun in Richtung der Fragestellung: Wir können rasch und flexibel ein immer größer werdendes Technologieportfolio anbieten – welches Problem gibt es denn zu lösen?

Ziel des Workshops soll es sein an Hand einen Beispiels zu diskutieren, wie die Möglichkeiten, die sich durch die Technologien bieten bestmöglich genutzt werden können ohne die Systemsicherheit zu gefährden.

In Anlehnung an das System Smartphone und App-Store soll ein Systemansatz diskutiert werden, in dem auf eine Basisplattform entsprechende Applikationen z.B. netzdienliche Steuerung von Wallboxen in einem Niederspannungsnetz durch Lösungsanbieter, Netzbetreiber oder auch Dritte in Betrieb gehen sollen. Es geht dabei sowohl um technische (Installation, Update, Upgrade) und organisatorische (Prozessintegration, Verantwortlichkeiten) Rahmenbedingungen also auch Themen wie Security, Privacy und Safety.


Workshop 2

UrbanEnergyCells - Anforderungen zur Umsetzung von Energiezellen in zukünftigen Energiesystemdesigns

Organisation: Georg Lettner, TU Wien, Energy Economics Group


Basierend auf den Herausforderungen von zukünftigen Energiesystemdesigns (Marktmodell, Netzentgelte, etc.) soll in dem geplanten Workshop die Frage diskutiert werden, wie der Anteil an dezentralen erneuerbaren Erzeugern in urbanen Gebieten durch neue angepasste Geschäfts- und Finanzierungsmodelle signifikant erhöht werden kann. Ein hohes Potential dafür liegt möglicherweise in der Umsetzung von Energiezellen bzw. Microgrids. In urbanen Bereichen gibt es dabei jedoch viele Herausforderungen (z.B. Eigentümerstruktur, rechtliche Barrieren, Wirtschaftlichkeit). Andererseits bietet eine Aggregation von Verbrauch und dezentraler Erzeugung auch neue Geschäftsfelder für Energiedienstleister. Diese könnten Finanzierung, Errichtung, Betrieb und Instandhaltung dezentraler Erzeuger, Speicher und Netze in Energiezellen übernehmen. Damit wird eine leichtere Integration von erneuerbaren dezentralen Energieträgern in urbanen Regionen ermöglicht. Durch die gemeinsame Betrachtung des Strom-, Wärme- und Gassektors soll eine hybride Sichtweise einfließen.

Diskussionspunkte und Beiträge:

  • Existierender Geschäfts-/Finanzierungsmodelle
  • IKT Anwendungen und Herausforderungen
  • Entwicklung von Geschäfts- und Finanzierungsmodellen urbaner Energiedienstleister
  • Risiken der Investitionssicherheit
  • Identifikation von rechtlichen Treibern und Barrieren


Workshop 3

Modellierung komplexer Energiesysteme

Organisation: Oliver Jung, AIT Austrian Institute of Technology GmbH


Die heute noch weit verbreiteten dokument-basierten Methoden zum Entwurf von IT Systemen, die vielfältigen Aufgaben innerhalb moderner Energiesysteme erledigen, stoßen mit steigender Komplexität an ihre Grenzen. Um die Entwicklung zukünftiger komplexer Systeme zur erleichtern, kann mit Hilfe von modellgetriebenen Ansätzen ein interaktives Abbild des Systems entwickelt und geteilt werden, dass dessen Funktionalität, interagierende Akteure, die verwendeten Datenmodelle, Protokolle und Schnittstellen u.v.m. beschreibt. In Abhängigkeit des entwickelten Modells kann es im Weiteren dazu verwendete werden, um das Verhalten des Systems zu simulieren, die Eigenschaften zu analysieren, Anforderungen festzuhalten oder automatisiert zu verifizieren, wie zum Beispiel das Durchführen einer Risikoanalyse, basierend auf einem der eigenen Unternehmensrealität entsprechenden Modell, aber mit Hilfe international kompatibler Richtlinien, Normen und Empfehlungen durchzuführen.

Die WorkshopteilnehmerInnen lernen verschiedene Modellierungsansätze für Smart-Grid-Anwendungen kennen und welche Ziele mit der Modellierung verfolgt werden können. Zudem werden beispielhaft auf Basis des Smart Grid Architecture Models (SGAM) sowohl komplexe als auch einfache Modelle vorgestellt, die den Entwurf von Smart-Grid-Diensten unterstützen. Dabei wird neben der reinen Funktionalität der Anwendungen auch Wert auf die Sicherheit der Systeme und ihrer Darstellung im Modell gelegt.

Dieser Workshop beinhaltet eine praktischen Teil, bei dem die Workshop Teilnehmer selbst die Möglichkeit, einfache Modelle von Smart Grid Anwendungen mit Hilfe der SGAM Toolbox zu entwickeln.